„Leberkäse und rote Strapse“ – vergnügliche Theaterabende beim TSV Spessart

Am 17. und 18. November zauberte die TSV-Theatergruppe an beiden Abenden vor nahezu ausverkauftem Haus das Lustspiel von Regina Rösch „Leberkäse und rote Strapse“ auf die Bühne des Spechtwaldsaals.

Bei den Freunden Friedhelm, Peter und Josef (Georg Lauinger, Joachim Schreck, Ralf Vogel) im besten Alter, hat sich sowohl im Alltag als auch in der Ehe die Langeweile eingeschlichen. Statt wie früher als begehrteste Junggesellen des ganzen Albtals auf wilden Feten zu Musik von den Rolling Stones und Deep Purple ab zu rocken, sitzt man samstags mit seiner besseren Hälfte und einer Flasche Bier auf dem Sofa und guckt „Musikantenstadel“. Ein wahrhaft trostloses Leben.

Auch die Frauen (Martina Kutija, Marlies Weber, Ulrike Mai) sind frustriert. Trotz aller Restaurierungsversuche bei Friseurin (Angelika Baumgärtner) dreht sich alles im Leben nur noch um geputzte Fenster, die Wehwehchen der Männer und vor allem darum, dass immer genug Leberkäse im Kühlschrank ist. Und das soll es gewesen sein? Soll das alles noch 31 Jahre und 2 Monate bis zum Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung einer Frau so weitergehen?

Es gibt nur eine Alternative: Wolle kaufen und Socken stricken oder noch einmal ausbrechen und etwas erleben! So entscheidet man sich, zumindest für ein Wochenende, in die „Zeit der roten Strapse“ zurückzukehren. Anstatt das, von den Männern geschenkte, Wellnesswochenende anzutreten, verbringen sie inkognito die Tage im Rheingold in Karlsruhe, wo ihre Freundin Liane (Sabine Weber) arbeitet.

  

Aber auch die Herren sind nicht bereit, sich ihrem Schicksal zu ergeben. Am „frauenfreien“ Wochenende versucht man mit einer „Revival-Party“ die Zeit zurückzudrehen und die wilden Jahre noch einmal zu erleben. Doch bereits nach kurzer Zeit stößt man vor allem an körperliche Grenzen und erkennt, dass Schlaghosen, lange Mähnen und Rockmusik die Jugend nicht zurückbringen. Aber so schnell gibt man nicht auf und begibt sich auf die Suche nach einer altersgemäßen Möglichkeit dem Alltagstrott zu entkommen.

 

Diese ist schnell gefunden, denn der neue Chef von Friedhelm (Mathias Schoser) ist Stammgast in einer kleinen, exklusiven Bar in Karlsruhe...... Und so treffen in der folgenden Nacht drei Provinzgockel in Erwartung von Tabledance und roten Strapsen als feurige Italiener getarnt auf vier unternehmungslustige Damen, die im Gegensatz zu den eigenen Ehefrauen noch „Feuer im Hintern“ haben. Doch nicht nur die Herren sind inkognito unterwegs und so geschehen in dieser Nacht Dinge, mit denen „Mann“ so gar nicht gerechnet hat. Die unerwartete Polizeikontrolle (Johannes Lauinger, Darius Vogel) beendet das frivole Versteckspiel...

Die BNN schreibt am 21.11.17: „Gellende Lacher, Szenenapplaus und stehende Ovationen am Ende war der Lohn für die wunderbar authentisch spielenden Darsteller. Zehn Wochen Proben haben sich ausgezahlt, Regisseur RAINER HABIG, dessen Herzblut und Wohnzimmerausstattung die Requisiten prägten, war sehr zufrieden“.

Besonderer Dank gilt neben den Protagonisten auf der Bühne, zu denen auch „Edelstatist“ Siegfried Abend gehörte, denjenigen hinter den Kulissen. Fabrice und Matthias Rolf, die sich für die aufwendige Licht- und Toninszenierung verantwortlich zeichneten und Hermann Bücherl für das Bühnenbild.